Hugo Ruppe (* 15. August 1879 in Apolda; † 23. Januar 1949 in Gornau/Erzgeb.) war ein deutscher Ingenieur und Automobilpionier.
Hugo Ruppe arbeitete nach seinem Maschinenbaustudium in Ilmenau im Betrieb seines Vaters - Ruppe und Sohn, ab 1912 Apollo-Werke AG - in Apolda. Dort entwickelte er preisgünstige Automobile, die Typen Apollo und Piccolo. 1903 präsentierte er sein erstes selbstentwickeltes Motorrad - die Apoldiana.
Ruppe verließ 1907 den Familienbetrieb und gründete in Markranstädt die Markranstädter Automobilfabrik, kurz M.A.F. Das Unternehmen produzierte Kleinwagen mit luftgekühlten Viertakt-Motoren. Hugo Ruppe war zwar ein guter Ingenieur, aber ein schlechter Geschäftsmann. Bereits 1911 stand sein Unternehmen vor dem finanziellen Aus und musste Konkurs anmelden. Die MAF wurde von einer Gruppe Investoren aufgekauft und Ruppe arbeitete als technischer Direktor und leitender Konstrukteur weiter. In dieser Zeit macht er auch erste Versuche mit Zweitakt-Motoren und Schwungrad-Zündmagneten.
Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er 1914 zum Kriegsdienst einberufen. Nach seiner Rückkehr von der Front kehrte er 1918 nicht nach Markranstädt zurück, sondern ging nach Zschopau. Dort arbeitete er bei der Zschopauer Maschinenfabrik J. S. Rasmussen und bot Jørgen Skafte Rasmussen seinen Zweitaktmotor an, der als „DKW“ bzw. „Des Knaben Wunsch“ und moderne Alternative zur Spielzeugdampfmaschine recht erfolgreich vermarktet wurde. Verkaufsschlager des Jahres 1921 war der aus dem Spielzeugmotor weiterentwickelte, vergrößerte und serienreife 1-PS-Fahrradhilfsmotor „Das Kleine Wunder“, für den mit dem Spruch „… fährt bergauf wie andere runter!“ geworben wurde und von dem sich alleine 1921 über 10.000 Stück verkauften. Trotz des Erfolges seines bei DKW gebauten Fahrradhilfsmotors trennte sich Ruppe 1922 von Rasmussen, ging nach Berlin und gründete die BeKaMo. Hier wurden Zweitaktmotoren mit Kolbenladepumpe, Leichtmetallzylinder mit Graugusslaufbuchsen, Leichtmetallkolben, abnehmbare Aluzylinderköpfen und sehr origineller Spülluftsteuerung. Diese Motoren waren zur damaligen Zeit die mit Abstand leistungsstärksten Zweitaktmotoren, aber in der Herstellung sehr sehr aufwendig. Aufgrund der hohen Kosten und der Inflation in den Zwanzigerjahren war auch diese Unternehmung erfolglos und musste 1925 aufgegeben werden.
Nach kurzer Tätigkeit bei Framo in Frankenberg eröffnete Hugo Ruppe noch im selben Jahr in Festenberg in Schlesien einen neuen Betrieb – die Firma Kaehler & Ruppe. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise musste auch diese Anfang der 1930er-Jahre geschlossen werden. Ruppe überlebte die Wirren des Zweiten Weltkriegs und suchte bei Kriegsende wieder Zuflucht in Zschopau. Sein Bemühungen, dort die Produktion von kleinen Notstromaggregaten aufzuziehen, schlug fehl. Ruppe starb 1949 verarmt und vereinsamt.